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NRW rechtsaußen

"Verdunklungsgefahr": Tatverdächtiger nach Neonazi-Überfall in Haft

Wassenberg/Aachen. Nach einem Angriff von Neonazis und rechtsaffinen Jugendlichen in Wassenberg (Kreis Heinsberg) hat das Amtsgericht Heinsberg am heutigen Freitag Haftbefehl gegen einen 17 Jahre alten Jugendlichen aus der Gemeinde erlassen. Der Wassenberger soll versucht haben eine Zeugin zu beeinflussen. Laut Jost Schützeberg, Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Aachen, ist der Haftgrund „Verdunklungsgefahr“ - möglicherweise in Verbindung mit Körperverletzung.

Insgesamt sieben vermummte Personen sollen am 27. Januar am zentralen Busbahnhof in Wassenberg drei Asylsuchende attackiert und eines der Opfer dabei schwer verletzt haben. Zudem wurden die Opfer fremdenfeindlich beleidigt. Aus Solidarität gingen am Dienstag, eine Woche nach der Tat, 300 bis 350 Menschen in Wassenberg auf die Straße. Vor der Veranstaltung hatte die Polizei einigen jungen Männern aus der rechtsextremen Szene Platzverweise erteilt. 

Ob es sich bei dem nun Inhaftierten zugleich um einen kurz nach dem Überfall gestellten 17-jährigen Tatverdächtigen handelt, ist unklar. Die Behörden ermitteln in der Sache offenbar mit Hochdruck. Gestern wurden in Wassenberg und Geilenkirchen insgesamt fünf Objekte durchsucht. Die Hausdurchsuchungen und Ermittlungen richteten sich dabei gegen sechs Verdächtige. Entgegen erster Medienberichte kam es am Donnerstag jedoch nicht zu Festnahmen.  

Dass gerade Neonazis und deren Mitläufer versuchen, Zeugen zu bedrohen, diese einschüchtern wollen und sogar angreifen, hat in Wassenberg Tradition. Bei einem Prozess im Jahre 2013 wegen einer schweren Gewalttat hatten mehrere jugendliche Zeugen vor Gericht betont, dass sie durch Neonazis bedroht worden seien und man ihnen Gewalt angedroht habe, falls sie gegen die Angeklagten oder weiteren Verdächtigen aussagen würden. (mik)