Vortrag, Prof. Dr. Wolfgang Dreßen
Vor der Deportation teilte der zuständige Regierungspräsident jedem Juden, Erwachsenen wie Kindern, mit, dass ihr Besitz legal dem Staat 'verfällt'. Die von den Nazis mit der Verwaltung des jüdischen Vermögens betrauten Ämter haben 'präzise' gearbeitet, wie Tausende Akten der Oberfinanzdirektion Köln belegen, von denen der Historiker Wolfgang Dreßen exemplarische Dokumente für diese Ausstellung ausgewählt hat. Aus den Quittungen der Finanzbeamten ging eindeutig hervor, dass es sich um „Eigentum des Juden / der Jüdin / verschiedener Juden“ handelte, doch offenbar hatte niemand Skrupel bei den 'legalen Geschäften'. Als wenige Überlebende nach dem 8. Mai 1945 Wiedergutmachung forderten, wiesen oft dieselben Beamten ihre Ansprüche zurück.
Prof. Dr. Wolfgang Dreßen war bis zu seiner Emeritierung 2008 Leiter der Arbeitsstelle Neonazismus an der Fachhochschule Düsseldorf.
Donnerstag, 20. September 2012, 20 Uhr
VHS, Peterstraße 21-25, Forum • Kein Entgelt
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